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Stereoskopie Mai 29, 2008

Einsortiert unter: Stereoskopie — dokely @ 6:42 vormittags

Da sich seit Daguerre der Wunsch des Menschen nach einer wahrheitsgetreuen, dauerhaften Wiedergabe der Welt bezüglich der Zeichnung und des Tonwertes erfüllt hatte, wollte man nun Bilder machen, die auch in Bezug auf Farbe, Räumlichkeit und Bewegung der Wirklichkeit um nichts nachstanden.

 

Eine dieser Erwartungen, nämlich die Räumlichkeit besser zu zeigen erfüllt die Stereoskopie.

Das Prinzip der Stereoskopie basiert auf dem Mechanismus des binokularen Sehens. Das menschliche Augenpaar nimmt zwei leicht verschobene Ansichten des Wirklichkeitsausschnitts auf und erst im Gehirn wird es dann zu einem räumlichen Bild. Dies zeigte Wheatstone, der Erfinder der Stereoskopie, mit einem von ihm 1838 konstruierten Stereoskop. Das Stereoskop gibt die Möglichkeit, durch zwei im Augenabstand nebeneinander aufgenommene Bilder, ein räumlich wirkendes Bild zu erzielen.

 

Angeblich sollten bereits 1839 die ersten Stereofotografien gemacht worden sein, aber erst Mitte der 50iger Jahre wurden sie en massè auf Papier gebracht. Einen riesigen Boom löste, 1951, Queen Victoria aus als sie auf der Londoner Weltausstellung dem Verfahren besondere Aufmerksamkeit schenkte. Immer beliebter wurden besonders in England und in den USA die sogenannten Stereokarten, welche preiswerte Fotos auf Papier waren, die verschiedenen Ansichten ferner Länder und Völker zeigten. Multinationale Firmen wie Underwood & Underwood oder Keystone stellten sie her.

 

So war es bald soweit, dass ein meist aus Eichenholz gefertigtes Stereoskop neben Stereokarten sowie dem Album für Visitenkartenbilder in keiner Bürgerwohnung fehlen durfte. Die Stereoskopie erweiterte dein Horizont der Zeitgenossen und zeigte eine konkrete Anschauung der Welt. Wo immer sie auch ein Volk oder eine Landschaft zeigte, klassifizierte sie zugleich das Wissen und die soziale Ordnung der Menschen in standardisierten Bildern. Die Stereoskopie nahm in gewisser Weise die zukünftige Entwicklung des Bildes vorweg. Trotzdem konnte sie keine genaue und vollständige Dokumentation der abgebildeten Ausschnitte der schönsten Plätze der Welt, abliefern. So wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts vom nächsten beliebten Bildgenre, der Ansichtskarte, abgelöst Die Ansichtskarte gab den Menschen die Möglichkeit zu kommunizieren und über Lebensverhältnisse und Umgebung zu sprechen.

 

 

 
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