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Kalotypie Mai 29, 2008

Einsortiert unter: Kalotypie — dokely @ 6:40 vormittags

Doch auch die Konkurrenz aus England schlief nicht. So verzeichnete William Henry Fox Talbot nach einer Versuchsreihe im Jahre 1834 – 1835 schon erste Erfolge, auch wenn er sich dessen nicht bewusst war. Er stellte diese Experimente jedoch wegen anderer Arbeiten ein.

In jener Versuchsreihe kam er auf den Gedanken Objekte und Pflanzen, hauptsächlich aber Pflanzen, auf mit Silbernitrat und einer Salzlösung getränktes Papier zu legen und dies dem Sonnenlicht auszusetzen. Alles, das nicht durch das Objekt oder die Pflanze abgedeckt war, färbte sich im Laufe der Zeit dunkelbraun und wurde dann von Talbot mit Kochsalzlösung fixiert. So entstand das frühest erhaltene Negativ der Welt im Sommer 1835.

(hier ein Beispiel für ein Negativ mit Pflanze von 1839)

 

 

Der größte Teil seines Interesses galt aber dem Fixieren der Bilder der Camera Obscura. Da er selbst kein geeignetes Gerät dafür besaß, ließ er sich vom Dorftischler kleine Kameras anfertigen und stattete diese mit einer Linse aus. Talbot stellte sie um sein Haus auf und wartete einige Stunden, bis auf dem nass eingelegten Papier die verschiedenen Hausansichten erschienen. Diese Negativbilder waren die Grundlage aller späteren Negativ – Positiv Fotografien. Dann stellte er die Arbeiten an dieser Materie ein.

Erst als er von der Erfindung der Daguerreotypie hörte, arbeitete er wieder an seiner eigenen Erfindung weiter. Da er seine früheren Erkenntnisse nie veröffentlicht hatte meldete er Prioritätsansprüche an. Dieser Versuch war jedoch vergeblich.

Im Jahre 1840 fand er eine geeignete Substanz zum Sensibilisieren des Fotopapiers und senkte mit dieser Erkenntnis die Belichtungszeit von 60 Minuten auf wenige Sekunden.

Er machte das Papiernegativ, dass er zuerst mit Gallussäure – Silbernitrat – Lösung entwickelt hatte, mit Bienenwachs transparent, legte es auf einen Bogen Salzpapier und erhielt so eine positive Kontaktkopie. Ein sogenanntes Salzprint. Talbot nannte dieses Verfahren Kalotypie, oft auch Talobytie genannt und lies es patentieren. Da er die Nutzung des Verfahrens streng regelte, schränkte er die Verbreitung seines Verfahrens enorm ein. Talbot, dem im Vergleich zu Daguerre die verdiente Anerkennung versagt blieb, reiste in den folgenden Jahren viel durch Europa um sein Verfahren publik zu machen. Später widmete er sich der Fotografie nur mehr in Experimenten.

Mit der Kalotypie hat Talbot den ersten Schritt gemacht um die Fotografie als Massenmedium zu etablieren. Auch fügte er erstmals in sein von 1844 bis 1846, erschienenes Werk „The Pencil of Nature“ Fotografien ein und wendete so die Massenproduzierbarkeit der Kalotypie praktisch an.

 

 
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