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Fotografie in Büchern Mai 29, 2008

Gespeichert unter: Fotografien in Büchern — dokely @ 6:50

Auch wenn immer mehr Fortschritte im Bereich der Fotografie gemacht wurden und auch das Interesse an ihr zunahm war sie kein ernstzunehmender Konkurrent von Holzschnitten, Stahlstichen und Lithographien. Diese drei Verfahren genügten den Buchverlegern vollkommen.

 

Trotzdem wurden ab den 1840er Jahren interessante Versuche, ausgehend von der Fotografie, im Genre der Buchillustration gemacht. Buchdrucker beschäftigten sich zunehmend mit der wissenschaftlichen Forschung. Talbot klebte sogar die Originalabzüge direkt in sein Buch „Pencil of Nature“ ein. Der Drucker Louis-Dèsirè Blanquart – Eurard versuchte den Zeitaufwand und die hohen Kosten bei der Herstellung der Abzüge zu verringern, indem er die Produktionszeit verkürzte und Fließbandarbeit einführte. Fotoabzüge wurden somit gleich billig wie Lithographien, standen aber in der Haltbarkeit noch um einiges nach. Durch die Konkurrenz der Fotogravuren musste er dann sein Unternehmen schließen.

 

Die ersten Ansätze im Bereich der Buchbildillustration waren von Louis Roussean und Achille Devèria. Sie veröffentlichen 1853 ihr Werk „Photographie zoologiaque, ou Reprèsenation des animanx rares des collections du Musèum d’histoire naturelle“ und stellten das erste wissenschaftliche Werk mit fotomechanischen Stichen dar. Somit waren diese wirklichkeitsgetreuen Reproduktionen für jeden zugänglich. Diese Reproduktionen wurden mit Hilfe des Fotogravüreverfahrens von Nièpce zu Papier gebracht. Auch Louis-Alphonse Poitevin versuchte sich nach der Patentierung seines Fotolithographieverfahrens als lithographischer Drucker und erreichte mit Flachdruck auf Schieferplatten zwischen 500 und 1500 Abzüge in einer Stunde. Erlieferte Druckerplatten für vier verschiedene Bücher, das Atelier blieb aber nur 16 Monate bestehen. Von diesem Zeitpunkt an wurden einige neue Verfahren entwickelt, die eigentlich alle in den Grundzügen von Poitevins Technik abstammten und so verbreiteten sich verschiedene fotomechanische Verfahren in Büchern und Presse. 

 

 

  

 

Fotogravüre Mai 29, 2008

Gespeichert unter: Fotogravüre — dokely @ 6:47

Alle fotomechanischen Techniken zwischen 1840 – 1880 gingen auf die Überlegung zurück, eine lichtempfindliche Substanz einzusetzen, die bei Sonnenlicht unlöslich aushärtet. Angeboten dafür hat sich Asphalt oder Judäapech, da diese sich nur in Äther oder Essenzen vollständig auflösen. Leichter zu verwenden, wegen der Wasserlöslichkeit, war bichromatische Gelatine. Diese ersten fotomechanischen Verfahren werden unter dem Begriff der Fotogravüre zusammengefasst.

 

Mit Charles Nègre und seiner Heliographie, dies ist ein Ätzmuster, erreichte dann die Fotogravüre erste richtige Ergebnisse. Nègre ließ diese im August 1856 patentieren und ging mit seinen Erkenntnissen eher schweigsam um. Die Einzelheiten über sein äußerst kompliziertes Verfahren blieben einer kleinen Gruppe von Handwerkern vorbehalten.

Bei dem fotomechanischen Reproduktionsverfahren kann man mit Hilfe einer geätzten Metalldruckplatte von einem Negativ eine große Anzahl von Papierabzügen machen. Da die Daguerreotypie auch eine Metallplatte ist, können verschiedene Tonwerte, durch die verschiedenen Grade der Ätzung, erzielt werden. Dies war ein großes Problem mit dem jede Fotogravur konfrontiert war, nämlich die Farbtöne des Originals exakt zu treffen.

 

So versuchte man Schwarz in einzelne Punkte aufzuspalten um die erforderten Grautöne zu erreichen. Talbot versuchte es mit der Lichtempfindlichkeit von Bichromat – Gelatine und bekam das Raster durch das Gitternetz einer Gaze. Nègre verwendete großformatige Platten zusammen mit sukzessiver Ätzung und einer Körnung aus Harzstaub. Dabei arbeitete er statt mit einem transparenten Positivabzug mit einem Negativ-Kontakt. Mit diesem Schritt stieg er zum größten Konkurrenten von Louis-Alphonse Poitevin im Wettbewerb des Herzogs von Luynes auf. Dieser hatte nämlich, im Jahre 1856, einen Forschungswettbewerb für das Gebiet der Reproduktion von Fotografien ausgeschrieben, um die Arbeiten zu beschleunigen. Dieser Wettbewerb fand international Anklang und die drei Forscher die aus den 15 Kandidaten ausgewählt wurden waren Louis-Alphonse Poitevin, Charles Nègre und Paul Pretsch.

 

 Die Auswahl dieser Forscher fand 1867 statt, also acht Jahre nach dem geplanten Termin. Der Grund dafür war, dass die vorgestellten Verfahren die Jury nicht vollständig überzeugten und sie somit abwarten wollten bis bessere Ergebnisse erreicht werden. Paul Pretsch wurde bald ausgeschlossen da sein Verfahren als zu kompliziert erachtet wurde, obwohl dieser es ab 1856 in London kommerziell umsetzte.

Schlussendlich standen zwei Methoden zur Auswahl. Nègres Verfahren lieferte ausgezeichnete Ergebnisse, war aber langsam und umständlich und Poitevins Verfahren, die Fotolithographie, die weitaus leichter anzuwenden war. Der Herzog von Luynes hätte persönlich das Verfahren von Nègre prämiert , da dieses jedoch eine 12 Jahre alte Technik aus dem Jahre 1855 war und dies prämiert, geworden wäre, wäre das ein Eingeständnis gewesen, dass zwischen 1855 und 1867 keine Fortschritte zu verzeichnen waren. Somit wurde der Preis von 2000 Francs Louis-Alphonse Poitevin zugesprochen.

 

Fotografie und Druckgrafik Mai 29, 2008

Gespeichert unter: Fotografie und Druckgrafik — dokely @ 6:46

Im Laufe des 19. Jahrhunderts waren sich alle einig, dass sich die Fotografie nur als beständiges und beliebig zu vervielfältigendes Bild durchsetzen würde. Die Daguerreotypien jedoch waren sehr empfindlich und die Farben verblassten schnell, auch in der Vervielfältigung war es problematisch. Um diese Bereiche zu verbessern musste ein neues Verfahren her und während des gesamten 19. Jahrhunderts wurden mit unterschiedlichem Erfolg verschiedene Lösungswege vorgestellt.

 

Was sie aber alle gemeinsam hatten war, dass sie alle mehr oder weniger an der Technik der Lithographie und des Stichs anknüpften. Dabei dienten dem durch Fotografie gemachtem Negativ lithographische Schiefer-, Kupfer-, Zink-, oder Stahlplatten als Träger und Zwischensubstanz. Bereits Nièpce verwendete für die Vervielfältigung des Portraits von Kardinal Georges d’Amboise eine Zinnplatte kombiniert mit der Sonnenbestrahlung einer lichtempfindlichen Oberfläche. Auch die Daguerreotypie selbst ist im Grunde nur eine Kupferplatte mit Silberbeschichtung. Bedingt durch das aufwendige Verfahren ergibt eine Daguerreotypie jedoch immer ein Unikat.