Wie zu erwarten war, dass Interesse an der Fotografie sehr groß, nicht unschuldig daran war das die Bilder sofort durch Presse und andere Publikationen in Europa und Amerika verbreitet wurden. Ende des Jahres 1839 war die Fotografie schon so populär, dass sich Tausende dafür zu interessieren begannen. Die hohen Preise der Geräte schreckten jedoch viele Interessierte ab und vorerst beschäftigten sich hauptsächlich jene damit, die auch beruflich damit konfrontiert waren.
Die Senkung der Verkaufspreise, die Verkürzung der Belichtungszeiten und die Weiterentwicklung der Aufzeichnungsverfahren machten die Fotografien allmählich massentauglich.
Auch die Tatsache, dass Jod- und Quecksilberdämpfe hochgiftig waren hielt Interessierte nicht davon ab fanatisch Daguerreotypien herzustellen und somit entstanden 1839 erste professionelle Ateliers in Amerika, London, Paris, Berlin, Hamburg und Wien.
Jene Modelle, die anfangs abgelichtet wurden, mussten ein hohes Maß an Selbstbeherrschung mitbringen, denn die besten Daguerreotypien sind von hoher ästhetischer Qualität und von großer Eindringlichkeit. Sie wurden oft als kleine Kunstwerke angepriesen, doch auch wenn die Fotografie an Popularität zunahm, gab es über sie besonders bei Künstlern und Kritikern heftige Diskussionen. Es wurden oft ihr ästhetischer Wert und die Kunstwürdigkeit in Frage gestellt. Andererseits jedoch drang die Fotografie schnell in die wichtigsten Aufgabenbereiche der Kunst wie zum Beispiel das Portrait, Landschaft, den Akt und die Kunstreproduktion ein. Das bedeutete für viele Künstler eine Gefährdung ihrer Existenz.
Bis 1850 zeigten sich jedoch immer mehr Vorteile der Papierfotografie. Diese Bilder waren weniger empfindlich, billiger zum Herstellen und konnten einfach vervielfältigt werden. Das gebräuchlichste Verfahren hierfür war die Fotografie auf Salzpapier; also die Kalotypie. Trotz einiger Nachteile in Brillanz und Schärfe der Bilder wurden auch hier bemerkenswerte Leistungen erzielt, die sich besonders für künstlerisches Streben eignete.




