Alle fotomechanischen Techniken zwischen 1840 – 1880 gingen auf die Überlegung zurück, eine lichtempfindliche Substanz einzusetzen, die bei Sonnenlicht unlöslich aushärtet. Angeboten dafür hat sich Asphalt oder Judäapech, da diese sich nur in Äther oder Essenzen vollständig auflösen. Leichter zu verwenden, wegen der Wasserlöslichkeit, war bichromatische Gelatine. Diese ersten fotomechanischen Verfahren werden unter dem Begriff der Fotogravüre zusammengefasst.
Mit Charles Nègre und seiner Heliographie, dies ist ein Ätzmuster, erreichte dann die Fotogravüre erste richtige Ergebnisse. Nègre ließ diese im August 1856 patentieren und ging mit seinen Erkenntnissen eher schweigsam um. Die Einzelheiten über sein äußerst kompliziertes Verfahren blieben einer kleinen Gruppe von Handwerkern vorbehalten.
Bei dem fotomechanischen Reproduktionsverfahren kann man mit Hilfe einer geätzten Metalldruckplatte von einem Negativ eine große Anzahl von Papierabzügen machen. Da die Daguerreotypie auch eine Metallplatte ist, können verschiedene Tonwerte, durch die verschiedenen Grade der Ätzung, erzielt werden. Dies war ein großes Problem mit dem jede Fotogravur konfrontiert war, nämlich die Farbtöne des Originals exakt zu treffen.
So versuchte man Schwarz in einzelne Punkte aufzuspalten um die erforderten Grautöne zu erreichen. Talbot versuchte es mit der Lichtempfindlichkeit von Bichromat – Gelatine und bekam das Raster durch das Gitternetz einer Gaze. Nègre verwendete großformatige Platten zusammen mit sukzessiver Ätzung und einer Körnung aus Harzstaub. Dabei arbeitete er statt mit einem transparenten Positivabzug mit einem Negativ-Kontakt. Mit diesem Schritt stieg er zum größten Konkurrenten von Louis-Alphonse Poitevin im Wettbewerb des Herzogs von Luynes auf. Dieser hatte nämlich, im Jahre 1856, einen Forschungswettbewerb für das Gebiet der Reproduktion von Fotografien ausgeschrieben, um die Arbeiten zu beschleunigen. Dieser Wettbewerb fand international Anklang und die drei Forscher die aus den 15 Kandidaten ausgewählt wurden waren Louis-Alphonse Poitevin, Charles Nègre und Paul Pretsch.
Die Auswahl dieser Forscher fand 1867 statt, also acht Jahre nach dem geplanten Termin. Der Grund dafür war, dass die vorgestellten Verfahren die Jury nicht vollständig überzeugten und sie somit abwarten wollten bis bessere Ergebnisse erreicht werden. Paul Pretsch wurde bald ausgeschlossen da sein Verfahren als zu kompliziert erachtet wurde, obwohl dieser es ab 1856 in London kommerziell umsetzte.
Schlussendlich standen zwei Methoden zur Auswahl. Nègres Verfahren lieferte ausgezeichnete Ergebnisse, war aber langsam und umständlich und Poitevins Verfahren, die Fotolithographie, die weitaus leichter anzuwenden war. Der Herzog von Luynes hätte persönlich das Verfahren von Nègre prämiert , da dieses jedoch eine 12 Jahre alte Technik aus dem Jahre 1855 war und dies prämiert, geworden wäre, wäre das ein Eingeständnis gewesen, dass zwischen 1855 und 1867 keine Fortschritte zu verzeichnen waren. Somit wurde der Preis von 2000 Francs Louis-Alphonse Poitevin zugesprochen.