Anfang des 20. Jahrhunderts war der Druck und die Verfahren schon so ausgereift, dass es lediglich noch das Problem der Aktualität zu lösen galt. Auch wenn in dieser Zeit das Telefon und der Telegraf einen sehr schnellen Datenaustausch zwischen entlegenen Orten möglich machten, musste eine Fotografie oder Zeichnung immer noch mit der Eisenbahn in die jeweiligen Redaktionen gelangen. Den Bildern fehlte es an Aktualität. Brach irgendwo ein Krieg aus, mussten vorerst archivierte Illustrationen herhalten, bis dann nach einer Woche das Bild aus den betroffenen Katastrophengebieten eintraf. Oft waren Ereignisse schon nicht mehr aktuell als die Fotografie da war. Ein aktuelles Bild war nur möglich, wenn sich das Ereignis unmittelbar in der Nähe der Redaktion zutrug. Geschehnisse, die plötzlich eintraten, mussten oft im Nachhinein zeichnerisch rekonstruiert werden.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Untergang der Titanic vom 14. auf den 15. April 1912. Man füllte Titelseiten mit Archivbildern von der Innenausstattung des Schiffes und mit Persönlichkeiten, die sich auf dem Schiff befanden. Am 22. April erschienen die ersten Zeichnungen, die die Katastrophe Bild für Bild nachstellten. Erst am 30. April erschienen die ersten Fotos der Überlebenden. Verwundernswert war, dass die Zeichnungen eine weitaus dramatischere Intensität aufweisen als die bedeutsamen Fotografien.
Um die Dramatik zu steigen benutze man zu dieser Zeit gerne Bildfolgen wie die folgende.
