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Autotypie Mai 29, 2008

Gespeichert unter: Autotypie — dokely @ 7:07

Alle für die Presse angewandten Verfahrenstechniken hatten den Nachteil, dass sie trotz hoher Qualität nicht gleichzeitig mit dem typographischen Hochdruckverfahren benutzt werden konnten. Das heißt Bild und Text konnten nicht in einem Arbeitsgang gedruckt werden. Dazu bedurfte es einer neuen Verfahrenstechnik.

 

Diese wurde 1880 entwickelt und ist heute unter dem Begriff Autotypie bekannt. Es war ein großer Fortschritt in der Buchillustration und Presse. Schon Talbot hatte erkannt, dass für eine druckmechanische Reproduktion von fotografischen Vorlagen die Fotografie in vielen einzelne Punkte, welche nahe beieinander liegend, zerlegt werden muss. Charles Petit, Frèdèric E. Ives und Georg Meisenbach erzielten mit Woodburys (der Erfinder der Woodburytypie) Druckermethode äußerst gute Ergebnisse. Dieser hatte die Idee, ein Rasternetz auf ein Gelatinerelief anzulegen. Presste man dieses zusammen entstand ein körniges Rasterbild, das auch mit der typographischen Hochdruckmethode gedruckt werden konnte. Ives verbesserte dieses Verfahren indem er das Bild in ein Kreuzlinienraster einteilte, das das Bild in viele kleine Quadrate teilte, und so brachte es zwischen den Linien eingedrückte „Punkte“ zum Vorschein.

 

Die Gitterlinien variierten je nach Qualität, je mehr Linien desto höher die Qualität. Gewissermaßen wrid das Orginal durch die Raster hindurch fotografiert. Somit hatte man ein Negativ. Bei Schattenpartien waren die Punkte dichter aneinander gereiht und waren sie weiter voneinander entfernt ergaben sich daraus hellere Stellen.

 

 

 

 

 

Unten das Orginal, oben die Autotypie

 

Dabei wird das gerasterte Negativ auf die getrocknete Schicht gelegt und dann belichtet. Der Bichromatleim an den schwarzen Partien des Negatives wird mit einem Wasserbad gelöst. Diese schwarze Partien waren von der Lichteinwirkung geschützt. Nach dem Trocknen härtet man die Platte im Ofen aus. Das anschließende Salpetersäurebad ätzt die ausgewaschenen Stellen, die den hellen Partien entsprachen, weg. Die Platte wird nochmals gewaschen und auf einem Holzstück befestigt. Nun konnte sie in den Druck gehen. Das erste Mal wurde dieses Verfahren, die Autotypie, von New York Daily Graphic am 4. März 1880 verwendet.

 

 

 

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