Damals wie heute war es ein Anliegen des Menschen Augenblicke einzufangen, um sie zu späteren Zeitpunkten nochmals zu sehen oder ein repräsentatives Bild von sich selbst zu haben um dieses weitergeben zu können. Heute ist dies kein Problem mehr, man zückt einfach seine Digitalkamera, drückt ab und schon kann man das entstandene Foto entwickeln lassen oder mit entsprechender Ausrüstung, sprich Computer und Drucker, sogar selbst auf Papier bringen. Nahezu unvorstellbar wie viele bestehende Kenntnisse und Resultate es brauchte, welche sich oft unabhängig voneinander im Laufe der Jahrhunderte angesammelt haben, um zum heutigen Stand zu gelangen. Faszinierend ist auch, dass sich nach 1800 gleich mehrere Erfinder unabhängig voneinander mit dieser Materie beschäftigten.
Zu den ältesten Kenntnissen aus der Vorgeschichte der Photographie zählt das Prinzip der Lochkamera, besser bekannt als Camera Obscura. Schon Aristoteles wusste, dass, wenn ein Lichtstrahl durch eine kleine Öffnung von außen in einen völlig abgedunkelten Raum fällt, man auf der gegenüberliegenden Seite genau das klar und deutlich sieht, was sich draußen befindet. Nur eben auf den Kopf gestellt. Erst Leonardo da Vinci schuf die Voraussetzungen dafür, dass dieses Prinzip auch praktisch angewendet werden konnte. Dies war in der Zeit von 1490 – 1492, doch leider schrieb Leonardo da Vinci alle seine Aufzeichnungen in einer Art Spiegelschrift, die erst Ende des 17. Jahrhunderts entschlüsselt werden konnte, Somit blieb seine Enddeckung bis zu diesem Zeitpunkt ohne Folgen. Glücklicherweise beschäftigten sich auch andere Gelehrte wie G. della Porta oder Johannes Kepler mit dieser Erscheinung.
Anfangs war die Camera Obscura eine abgedunkelte, begehbare Kammer mit einem Loch in der Außenwand. Diese diente Künstlern als Zeichenhilfe. Im Laufe der Zeit wurde sie dann kleiner. Man konstruierte kastenförmige, mit Linsen versehene Apparate, in denen Umkehrspiegel angebracht waren. Diese lenkten die Bilder auf die Glasplatte die sich an der Oberseite des Kastens befand und von dort konnte der Zeichner dann das Bild abpausen. Gezeichnet wurde in der Regel auf transparent gemachtem Papier.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte die Optik alle wesentlichen Voraussetzungen geschaffen, damit mehr und mehr das Herstellen geeigneter Glassorten und das Fassen der verschiedenen Linsenkombinationen in den Vordergrund rückten. Neben der Camera Obscura kamen nun auch einige andere optische Geräte zum Einsatz. Allen voran die Laterna Magica. Diese war im Prinzip ein Vorläufer des uns bekannten Dia-Projektors, man konnte damit ein transparentes Bild auf eine Wand projizieren, nur wurden die Bilder für die Laterna Magica gemalt. Später wurden auch Glasbilder benützt. Weil das sich emanzipierende Bürgertum einen immer größeren Bildbedarf hatte, wurden auch Silhouetten immer populärer: man zeichnete nur einen Schatten nach und schnitt ihn dann aus.
Dies erforderte kein großes Maß an zeichnerischem Vermögen, ebenso wenig wei das später entwickelte Physionotrace oder die Camera lucida. Alle diese optischen Hilfsmittel dienten im Grunde nur dazu billig und schnell Bilder zu produzieren. Besonder Portrais waren sehr gefragt.

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