
Quellen Mai 29, 2008
Bilder:
· Camera Obscura:
http://www.foto-faq.de/images/lexikon/camera-obscura.jpg
· Silhouette:
http://www.petiteprints.com/images/Silhouette5×7.jpg
· Daguerre Kamera :
http://www.deutsches-museum.de/typo3temp/pics/bcb3bc9603.
· Daguerreotypie:
http://www.schumann-gesellschaft.de/pic/bilder/daguerreotypie-zwickau_507.jpg
· Kalotypie:
http://images.google.at/imgres?imgurl=http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/17/Anton_Martin_Woman_infront_a_Gobelin_1840.JPG/180px-Anton_Martin_Woman_infront_a_Gobelin_1840.JPG&imgrefurl=http://de.wikipedia.org/wiki/Daguerreotypie&h=203&w=180&sz=14&hl=de&start=10&um=1&tbnid=iOe5Eav2cInriM:&tbnh=105&tbnw=93&prev=/images%3Fq%3DDaguerreotypie%2Bfoto%26svnum%3D10%26um%3D1%26hl%3Dde
· Stereoskopie
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/73/August-Fuhrmann-Installation-einer-Gaslaterne-1890.jpg
· Physionotrace
http://www.aisthesis.de/wbock/bilder/7-6ap.gif
· Camera lucida
http://www.yfyddin.freeserve.co.uk/familytree/newsletters/wollaston_biog_files/wollaston_lucida1.jpg
Informationsquellen:
Andreas Stöggerer
Bücher:
Neue Geschichte der Fotografie – Michel Frizot
Geschichte der Fotografie (Schnellkurs) – Baatz Willfried
Lochkamera – Camera Obscura Mai 29, 2008
Fotografieren mit einer Schuhschachtel
„Lochkamera (Camera obscura)“
1. Kamera:
Sehr stabile Schachtel:
Wenn möglich mit Deckel, der außen bis zum Boden reicht
Die innen schwarz verkleidet (absolut lichtundurchlässig – auch die Ecken!) werden muss – beispielsweise mit schwarzem Naturpapier
Die oberen Ränder der Schachtel mit Holzleisten verstärken
2. sonstige Materialien:
Zusätzlich schwarzes Naturpapier (10×10 cm für den „Verschluss“) Alufolie, Stecknadel, Kreppklebeband
3. Raumvoraussetzung:
Absolut dunkler Raum (wenn möglich mit Wasser- und Stromanschluss)
Dunkelraumausstattung:
· Dunkelkammerlicht (rot oder gelbgrün sicherer ist gelbgrün)
· Eventuell Vergrößerer
· Taschen- oder Schreibtischlampe
· Glasplatte
· 3 Laborschalen
· 3 Laborzangen
Chemie:
· Schwarzweiß Positiventwickler
· Stoppbad
· Fixierbad
Papier :
· Schwarzweiß Fotopapier (mindestens 13×18 cm)
Schuhschachtel
1. Lichtdicht (schwarzes Naturpapier) abgeklebte Schachtel (auch Deckelinnenseite)
2. Verstärkter oberer Rand (mit Holzleisten)
3. Sehr breiter Deckel (sind stabiler und lichtdichter)
4. „Verschluss“ der Kamera (10×10 cm – schwarzes Naturpapier)
5. „Objektiv“ der Kamera (Alufolie)

Arbeiten mit einer Lochkamera
Ablauf:
Alle Arbeiten die eingerahmt sind, sind in der Dunkelkammer durchzuführen.
Die Aktualität Mai 29, 2008
Anfang des 20. Jahrhunderts war der Druck und die Verfahren schon so ausgereift, dass es lediglich noch das Problem der Aktualität zu lösen galt. Auch wenn in dieser Zeit das Telefon und der Telegraf einen sehr schnellen Datenaustausch zwischen entlegenen Orten möglich machten, musste eine Fotografie oder Zeichnung immer noch mit der Eisenbahn in die jeweiligen Redaktionen gelangen. Den Bildern fehlte es an Aktualität. Brach irgendwo ein Krieg aus, mussten vorerst archivierte Illustrationen herhalten, bis dann nach einer Woche das Bild aus den betroffenen Katastrophengebieten eintraf. Oft waren Ereignisse schon nicht mehr aktuell als die Fotografie da war. Ein aktuelles Bild war nur möglich, wenn sich das Ereignis unmittelbar in der Nähe der Redaktion zutrug. Geschehnisse, die plötzlich eintraten, mussten oft im Nachhinein zeichnerisch rekonstruiert werden.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Untergang der Titanic vom 14. auf den 15. April 1912. Man füllte Titelseiten mit Archivbildern von der Innenausstattung des Schiffes und mit Persönlichkeiten, die sich auf dem Schiff befanden. Am 22. April erschienen die ersten Zeichnungen, die die Katastrophe Bild für Bild nachstellten. Erst am 30. April erschienen die ersten Fotos der Überlebenden. Verwundernswert war, dass die Zeichnungen eine weitaus dramatischere Intensität aufweisen als die bedeutsamen Fotografien.
Um die Dramatik zu steigen benutze man zu dieser Zeit gerne Bildfolgen wie die folgende.

Autotypie Mai 29, 2008
Alle für die Presse angewandten Verfahrenstechniken hatten den Nachteil, dass sie trotz hoher Qualität nicht gleichzeitig mit dem typographischen Hochdruckverfahren benutzt werden konnten. Das heißt Bild und Text konnten nicht in einem Arbeitsgang gedruckt werden. Dazu bedurfte es einer neuen Verfahrenstechnik.
Diese wurde 1880 entwickelt und ist heute unter dem Begriff Autotypie bekannt. Es war ein großer Fortschritt in der Buchillustration und Presse. Schon Talbot hatte erkannt, dass für eine druckmechanische Reproduktion von fotografischen Vorlagen die Fotografie in vielen einzelne Punkte, welche nahe beieinander liegend, zerlegt werden muss. Charles Petit, Frèdèric E. Ives und Georg Meisenbach erzielten mit Woodburys (der Erfinder der Woodburytypie) Druckermethode äußerst gute Ergebnisse. Dieser hatte die Idee, ein Rasternetz auf ein Gelatinerelief anzulegen. Presste man dieses zusammen entstand ein körniges Rasterbild, das auch mit der typographischen Hochdruckmethode gedruckt werden konnte. Ives verbesserte dieses Verfahren indem er das Bild in ein Kreuzlinienraster einteilte, das das Bild in viele kleine Quadrate teilte, und so brachte es zwischen den Linien eingedrückte „Punkte“ zum Vorschein.
Die Gitterlinien variierten je nach Qualität, je mehr Linien desto höher die Qualität. Gewissermaßen wrid das Orginal durch die Raster hindurch fotografiert. Somit hatte man ein Negativ. Bei Schattenpartien waren die Punkte dichter aneinander gereiht und waren sie weiter voneinander entfernt ergaben sich daraus hellere Stellen.

Unten das Orginal, oben die Autotypie
Dabei wird das gerasterte Negativ auf die getrocknete Schicht gelegt und dann belichtet. Der Bichromatleim an den schwarzen Partien des Negatives wird mit einem Wasserbad gelöst. Diese schwarze Partien waren von der Lichteinwirkung geschützt. Nach dem Trocknen härtet man die Platte im Ofen aus. Das anschließende Salpetersäurebad ätzt die ausgewaschenen Stellen, die den hellen Partien entsprachen, weg. Die Platte wird nochmals gewaschen und auf einem Holzstück befestigt. Nun konnte sie in den Druck gehen. Das erste Mal wurde dieses Verfahren, die Autotypie, von New York Daily Graphic am 4. März 1880 verwendet.
Illustrierte Presse Mai 29, 2008
Im Unterschied zum Buchverlagswesen, das schnell mit den fotomechanischen Verfahren arbeitete, war es der Zeitung bis kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts nicht möglich Fotografien zu verwenden. Anfang des 20. Jahrhunderts führte die Fernübertragung und die Autotypie zu einer schnellen Verbreitung der Fotografie in den Zeitungen.
Kritische Zeitungsleser, besonders jene in Frankreich, waren zuerst der Meinung das Fotografien, genau wie große Überschriften und Schlagzeilen, dem „zu lesenden Text“ Platz wegnehmen. Zeitschriftenleser, die eher unterhaltendem und populärem Inhalt folgten, akzeptierten die Bilder eher. Ab den 1830er Jahren hat ein neues Illustrationsverfahren das Entstehen einer satirischen Presse ermöglicht, da so Karikaturen abgedruckt werden konnten. Vorzeigebeispiele hierfür sind die „Le Charivari“ (Paris, 1832) und die Punch (London, 1841). Die Karikaturen wurden als Lithographie reproduziert.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese Verfahren durch Zinkographie noch verbessert. Abbildungen für Zeitschriften wurden mit Hilfe von Holzstichen gemacht. Hierfür bearbeitete man hartes Buchsbaumholz mit einem Stichel quer zur Holzfaser. Man pauste die Zeichnung umgekehrt auf die glatte Oberffläche und sticht dies dann ins Holz.
Fotografie in Büchern Mai 29, 2008
Auch wenn immer mehr Fortschritte im Bereich der Fotografie gemacht wurden und auch das Interesse an ihr zunahm war sie kein ernstzunehmender Konkurrent von Holzschnitten, Stahlstichen und Lithographien. Diese drei Verfahren genügten den Buchverlegern vollkommen.
Trotzdem wurden ab den 1840er Jahren interessante Versuche, ausgehend von der Fotografie, im Genre der Buchillustration gemacht. Buchdrucker beschäftigten sich zunehmend mit der wissenschaftlichen Forschung. Talbot klebte sogar die Originalabzüge direkt in sein Buch „Pencil of Nature“ ein. Der Drucker Louis-Dèsirè Blanquart – Eurard versuchte den Zeitaufwand und die hohen Kosten bei der Herstellung der Abzüge zu verringern, indem er die Produktionszeit verkürzte und Fließbandarbeit einführte. Fotoabzüge wurden somit gleich billig wie Lithographien, standen aber in der Haltbarkeit noch um einiges nach. Durch die Konkurrenz der Fotogravuren musste er dann sein Unternehmen schließen.
Die ersten Ansätze im Bereich der Buchbildillustration waren von Louis Roussean und Achille Devèria. Sie veröffentlichen 1853 ihr Werk „Photographie zoologiaque, ou Reprèsenation des animanx rares des collections du Musèum d’histoire naturelle“ und stellten das erste wissenschaftliche Werk mit fotomechanischen Stichen dar. Somit waren diese wirklichkeitsgetreuen Reproduktionen für jeden zugänglich. Diese Reproduktionen wurden mit Hilfe des Fotogravüreverfahrens von Nièpce zu Papier gebracht. Auch Louis-Alphonse Poitevin versuchte sich nach der Patentierung seines Fotolithographieverfahrens als lithographischer Drucker und erreichte mit Flachdruck auf Schieferplatten zwischen 500 und 1500 Abzüge in einer Stunde. Erlieferte Druckerplatten für vier verschiedene Bücher, das Atelier blieb aber nur 16 Monate bestehen. Von diesem Zeitpunkt an wurden einige neue Verfahren entwickelt, die eigentlich alle in den Grundzügen von Poitevins Technik abstammten und so verbreiteten sich verschiedene fotomechanische Verfahren in Büchern und Presse.
Fotogravüre Mai 29, 2008
Alle fotomechanischen Techniken zwischen 1840 – 1880 gingen auf die Überlegung zurück, eine lichtempfindliche Substanz einzusetzen, die bei Sonnenlicht unlöslich aushärtet. Angeboten dafür hat sich Asphalt oder Judäapech, da diese sich nur in Äther oder Essenzen vollständig auflösen. Leichter zu verwenden, wegen der Wasserlöslichkeit, war bichromatische Gelatine. Diese ersten fotomechanischen Verfahren werden unter dem Begriff der Fotogravüre zusammengefasst.
Mit Charles Nègre und seiner Heliographie, dies ist ein Ätzmuster, erreichte dann die Fotogravüre erste richtige Ergebnisse. Nègre ließ diese im August 1856 patentieren und ging mit seinen Erkenntnissen eher schweigsam um. Die Einzelheiten über sein äußerst kompliziertes Verfahren blieben einer kleinen Gruppe von Handwerkern vorbehalten.
Bei dem fotomechanischen Reproduktionsverfahren kann man mit Hilfe einer geätzten Metalldruckplatte von einem Negativ eine große Anzahl von Papierabzügen machen. Da die Daguerreotypie auch eine Metallplatte ist, können verschiedene Tonwerte, durch die verschiedenen Grade der Ätzung, erzielt werden. Dies war ein großes Problem mit dem jede Fotogravur konfrontiert war, nämlich die Farbtöne des Originals exakt zu treffen.
So versuchte man Schwarz in einzelne Punkte aufzuspalten um die erforderten Grautöne zu erreichen. Talbot versuchte es mit der Lichtempfindlichkeit von Bichromat – Gelatine und bekam das Raster durch das Gitternetz einer Gaze. Nègre verwendete großformatige Platten zusammen mit sukzessiver Ätzung und einer Körnung aus Harzstaub. Dabei arbeitete er statt mit einem transparenten Positivabzug mit einem Negativ-Kontakt. Mit diesem Schritt stieg er zum größten Konkurrenten von Louis-Alphonse Poitevin im Wettbewerb des Herzogs von Luynes auf. Dieser hatte nämlich, im Jahre 1856, einen Forschungswettbewerb für das Gebiet der Reproduktion von Fotografien ausgeschrieben, um die Arbeiten zu beschleunigen. Dieser Wettbewerb fand international Anklang und die drei Forscher die aus den 15 Kandidaten ausgewählt wurden waren Louis-Alphonse Poitevin, Charles Nègre und Paul Pretsch.
Die Auswahl dieser Forscher fand 1867 statt, also acht Jahre nach dem geplanten Termin. Der Grund dafür war, dass die vorgestellten Verfahren die Jury nicht vollständig überzeugten und sie somit abwarten wollten bis bessere Ergebnisse erreicht werden. Paul Pretsch wurde bald ausgeschlossen da sein Verfahren als zu kompliziert erachtet wurde, obwohl dieser es ab 1856 in London kommerziell umsetzte.
Schlussendlich standen zwei Methoden zur Auswahl. Nègres Verfahren lieferte ausgezeichnete Ergebnisse, war aber langsam und umständlich und Poitevins Verfahren, die Fotolithographie, die weitaus leichter anzuwenden war. Der Herzog von Luynes hätte persönlich das Verfahren von Nègre prämiert , da dieses jedoch eine 12 Jahre alte Technik aus dem Jahre 1855 war und dies prämiert, geworden wäre, wäre das ein Eingeständnis gewesen, dass zwischen 1855 und 1867 keine Fortschritte zu verzeichnen waren. Somit wurde der Preis von 2000 Francs Louis-Alphonse Poitevin zugesprochen.
Fotografie und Druckgrafik Mai 29, 2008
Im Laufe des 19. Jahrhunderts waren sich alle einig, dass sich die Fotografie nur als beständiges und beliebig zu vervielfältigendes Bild durchsetzen würde. Die Daguerreotypien jedoch waren sehr empfindlich und die Farben verblassten schnell, auch in der Vervielfältigung war es problematisch. Um diese Bereiche zu verbessern musste ein neues Verfahren her und während des gesamten 19. Jahrhunderts wurden mit unterschiedlichem Erfolg verschiedene Lösungswege vorgestellt.
Was sie aber alle gemeinsam hatten war, dass sie alle mehr oder weniger an der Technik der Lithographie und des Stichs anknüpften. Dabei dienten dem durch Fotografie gemachtem Negativ lithographische Schiefer-, Kupfer-, Zink-, oder Stahlplatten als Träger und Zwischensubstanz. Bereits Nièpce verwendete für die Vervielfältigung des Portraits von Kardinal Georges d’Amboise eine Zinnplatte kombiniert mit der Sonnenbestrahlung einer lichtempfindlichen Oberfläche. Auch die Daguerreotypie selbst ist im Grunde nur eine Kupferplatte mit Silberbeschichtung. Bedingt durch das aufwendige Verfahren ergibt eine Daguerreotypie jedoch immer ein Unikat.


